Wettarten und Quoten
Inhaltsverzeichnis
Einzelwette und Kombiwette
Intertops führte früher Einzelwetten und Kombiwetten im deutschen Sportwettenangebot. Der Betrieb der Plattform intertops.de wurde eingestellt. Die historischen Wettarten lassen sich dennoch anhand ihrer mathematischen Grundlagen erklären. Bei einer Einzelwette hängt die Abrechnung von einem ausgewählten Ereignisausgang ab. Wird dieser Ausgang richtig vorhergesagt, ergibt sich der rechnerische Bruttorückfluss aus Einsatz und Quote. Tritt der ausgewählte Ausgang nicht ein, ist der Einsatz verloren.
Bei einer Kombiwette werden mehrere Auswahlen auf einem Wettschein verbunden. Die Dezimalquoten der einzelnen Auswahlen werden miteinander multipliziert. Dadurch kann der mögliche Bruttorückfluss steigen, gleichzeitig müssen aber sämtliche notwendigen Auswahlen erfolgreich sein. Eine falsche Auswahl kann die gesamte Kombination scheitern lassen. Die höhere Gesamtquote ist daher kein Zeichen für eine höhere Erfolgschance.
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Eine Einzelwette mit Quote 1,80 und 10 € Einsatz ergibt bei Erfolg einen Bruttorückfluss von 18 €. Werden zwei Auswahlen mit Quoten 1,80 und 1,50 kombiniert, entsteht eine Gesamtquote von 2,70. Bei zehn Euro Einsatz entspricht das einem möglichen Bruttorückfluss von 27 €. Beide ausgewählten Ergebnisse müssen dafür eintreten.
Der Bruttorückfluss enthält jeweils den ursprünglichen Einsatz. Für die Betrachtung eines Ergebnisses muss deshalb zwischen Rückfluss und Überschuss unterschieden werden. Bei 18 € Rückfluss aus zehn Euro Einsatz beträgt der rechnerische Überschuss 8 €, bevor etwaige Abzüge berücksichtigt werden. Bei einer nicht erfolgreichen Auswahl wird der Einsatz nicht zurückgezahlt.
Im früheren Sportwettenangebot von Intertops waren Einzelwetten und Kombiwetten verfügbar. Bei der Einordnung eines historischen Wettscheins sind die ausgewählten Ereignisse, ihre Quoten und die Verknüpfung der Auswahlen entscheidend. Ohne diese Angaben lässt sich weder ein möglicher Rückfluss noch die Ursache einer verlorenen Kombination nachvollziehen.
Ergebniswetten und andere Märkte
Zum früheren Intertops-Angebot gehörten Ergebniswetten und kombinierte Ausgänge. Eine Ergebniswette bezieht sich auf einen klar definierten Ausgang eines Sportereignisses. Beim Fußball kann das beispielsweise ein Sieg der Heimmannschaft, ein Unentschieden oder ein Sieg der Gastmannschaft sein. Diese drei Ausgänge bilden den klassischen Dreiwegemarkt. Für jeden Ausgang wird eine eigene Quote angegeben.
Die genaue Definition des Marktes ist wichtig, weil ähnliche Bezeichnungen unterschiedliche Zeiträume betreffen können. Bei Fußballspielen wird häufig zwischen der regulären Spielzeit und einer möglichen Verlängerung unterschieden. Für die Bewertung eines Wettscheins zählt, welcher Zeitraum in den Bedingungen des ausgewählten Marktes vorgesehen war. Ein Endergebnis nach einer Verlängerung muss nicht mit dem Ergebnis nach regulärer Spielzeit übereinstimmen.
Auch Torwetten können auf verschiedene Weise formuliert werden. Ein Markt kann die Gesamtzahl der Tore oder die Tore einer einzelnen Mannschaft betreffen. Die Angabe „mehr als 2,5 Tore“ ist bei einem Fußballspiel erfolgreich, wenn insgesamt mindestens drei Tore fallen. Die halbe Grenze verhindert ein exakt gleiches Ergebnis zwischen tatsächlicher Torzahl und Schwelle.
Bei einer Kombination aus mehreren Ergebniswetten müssen die Bedingungen jeder Auswahl einzeln betrachtet werden. Wird etwa ein Heimsieg mit einem bestimmten Torereignis kombiniert, sind beide Voraussetzungen für den Erfolg relevant. Die Kombination verbindet die Bedingungen mehrerer Auswahlen auf einem Wettschein.
Der Überblick über Fußballwetten ordnet die historischen Fußballmärkte von Intertops ein. Bei allen Marktformen gilt: Ein plausibler Ausgang ist keine sichere Vorhersage. Selbst eine geringe Quote kann mit einem vollständigen Einsatzverlust verbunden sein, wenn das tatsächliche Ergebnis von der Auswahl abweicht.
Dezimalquoten verstehen
Dezimalquoten waren Teil der früheren Sportwetten bei Intertops. Sie zeigen, welcher Bruttorückfluss bei einem erfolgreichen Tipp rechnerisch auf eine eingesetzte Geldeinheit entfällt. Die grundlegende Formel lautet: Einsatz multipliziert mit Dezimalquote ergibt den möglichen Bruttorückfluss. Die Rechnung beschreibt einen bedingten Betrag, keinen bereits erzielten Gewinn.
Eine Quote von 1,50 ergibt bei 20 € Einsatz einen möglichen Bruttorückfluss von 30 €. Darin sind die eingesetzten 20 € enthalten. Der rechnerische Überschuss beträgt 10 €. Bei einer Quote von 3,00 und demselben Einsatz beträgt der Bruttorückfluss 60 € und der Überschuss 40 €. Der höhere mögliche Betrag geht mit einer niedrigeren durch die Quote ausgedrückten Wahrscheinlichkeit einher.
Dezimalquoten können auch in eine sogenannte implizite Wahrscheinlichkeit umgerechnet werden. Dazu wird eins durch die Quote geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert. Bei einer Quote von 2,00 ergibt das 50 %, bei 4,00 ergibt es 25 %. Diese Werte sind mathematische Ableitungen der angebotenen Quoten. Sie stellen keine unabhängig gemessenen tatsächlichen Eintrittswahrscheinlichkeiten dar.
Bei der Bewertung einer Quote muss die Marge des Wettanbieters berücksichtigt werden. Die Summe der aus allen gegensätzlichen Ausgängen berechneten Wahrscheinlichkeiten kann über 100 % liegen. Daher kann eine Quote auch dann wirtschaftlich ungünstig sein, wenn der ausgewählte Ausgang subjektiv wahrscheinlich wirkt. Persönliche Einschätzungen können von den tatsächlichen Ergebnissen erheblich abweichen.
Historische Quoten sind zudem nicht mit einem heute verfügbaren Angebot gleichzusetzen. Intertops betreibt die deutsche Wettplattform nicht mehr. Die Beispiele dienen dazu, die Bedeutung von Einsatz, Rückfluss und Quote zu erklären. Für die Betrachtung früherer Wetten im laufenden Spiel kommt hinzu, dass sich Quoten während eines Ereignisses verändern konnten.
Wahrscheinlichkeit und Buchmachermarge
Die Buchmachermarge beschreibt einen wirtschaftlichen Anteil, der in die Quoten eines Wettmarktes eingerechnet werden kann. Ein einfaches Beispiel verwendet zwei gegensätzliche Ausgänge, die beide mit 1,90 quotiert werden. Für jeden Ausgang ergibt sich eine implizite Wahrscheinlichkeit von ungefähr 52,63 %. Zusammen sind das etwa 105,26 %. Die Differenz zu 100 % zeigt den rechnerischen Überhang des Marktes.
Dieser Überhang ist nicht mit einem festen Gewinn des Anbieters bei jedem einzelnen Ereignis gleichzusetzen. Die tatsächlichen Zahlungen hängen davon ab, wie Einsätze auf die Ausgänge verteilt sind und welche Ergebnisse eintreten. Die Rechnung hilft jedoch zu verstehen, warum die angezeigten Quoten nicht einfach als unveränderte objektive Wahrscheinlichkeiten gelesen werden können.
Bei einem Markt mit drei Ausgängen wird die gleiche Methode angewendet. Für jede Quote wird der Kehrwert berechnet; anschließend werden die Werte addiert. Bei einem Fußballspiel betrifft das beispielsweise Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg. Ohne die Quoten sämtlicher Ausgänge lässt sich die rechnerische Summe eines konkreten Marktes nicht vollständig bestimmen.
Geschätzte Wahrscheinlichkeiten und persönliche Zuversicht können erheblich auseinanderliegen. Wer eine Mannschaft für besonders stark hält, kann sich trotzdem über Verletzungen, Spielverlauf oder Zufall irren. Auch eine lange Serie ähnlicher Ergebnisse garantiert keine Wiederholung. Sportliche Ereignisse enthalten Unsicherheit, die sich durch eine einzelne Kennzahl nicht beseitigen lässt.
Intertops bot früher Ergebniswetten und Kombiwetten an. Bei einer Kombination werden die Dezimalquoten multipliziert, nicht die vermeintlichen Gewissheiten der einzelnen Auswahlen. Jede zusätzliche notwendige Auswahl eröffnet eine weitere Möglichkeit, dass die Kombination scheitert. Die rechnerische Gesamtquote ist deshalb zusammen mit der Anzahl notwendiger erfolgreicher Auswahlen zu betrachten.
Für einen Vergleich verschiedener Märkte muss zunächst feststehen, ob dieselben Ausgänge und derselbe Abrechnungszeitraum gemeint sind. Eine Quote auf den Spielausgang nach regulärer Spielzeit kann nicht ohne Weiteres mit einer Quote auf das Weiterkommen einer Mannschaft verglichen werden. Auch die Zahl der möglichen Ausgänge beeinflusst die Verteilung der rechnerischen Wahrscheinlichkeiten. Wer die Quoten eines historischen Wettscheins betrachtet, sollte deshalb immer die vollständige Marktbezeichnung mitlesen und die Werte erst anschließend mathematisch auswerten.
Beispiele für Auszahlungen
Die Berechnung einer möglichen Auszahlung beginnt mit dem Einsatz und der zugehörigen Dezimalquote. Bei einer Einzelwette mit 15 € Einsatz und einer Quote von 2,40 beträgt der rechnerische Bruttorückfluss 36 €, wenn die Auswahl gewinnt. Der Unterschied zwischen diesem Betrag und dem Einsatz beträgt 21 €. Bei einer verlorenen Wette gibt es aus dieser Auswahl keinen Rückfluss.
Bei Kombiwetten werden zunächst die Quoten der verbundenen Auswahlen multipliziert. Eine Kombination aus 1,50, 1,60 und 2,00 hat die Gesamtquote 4,80. Bei einem Einsatz von 5 € entspricht das einem möglichen Bruttorückfluss von 24 €. Der rechnerische Überschuss beträgt 19 €, sofern alle notwendigen Auswahlen erfolgreich sind. Bereits eine verlorene Auswahl kann den gesamten Einsatz kosten.
Für eine nachvollziehbare Berechnung sollten Bruttorückfluss, Überschuss und tatsächliche Kontobewegung getrennt werden. Die erste Zahl enthält den ursprünglichen Einsatz, die zweite zieht ihn ab. Die tatsächliche Kontobewegung kann zusätzlich von anwendbaren Abzügen und den Bedingungen der Abrechnung abhängen. Die deutsche Wettsteuer beeinflusst die Betrachtung von Einsätzen und Auszahlungen. Die tatsächliche historische Kontobuchung bildet den maßgeblichen Betrag ab.
Ein Beispiel mit mehreren Wettscheinen zeigt die Bedeutung einer Gesamtbilanz. Werden drei Einsätze zu jeweils 10 € platziert und nur ein Wettschein mit 20 € Bruttorückfluss gewonnen, beträgt der gesamte Einsatz dreißig Euro und der gesamte Rückfluss zwanzig Euro. Die Bilanz ergibt minus zehn Euro, obwohl ein einzelner Wettschein erfolgreich war.
Die früheren Intertops-Wettarten lassen sich mit solchen Rechnungen erklären, ohne eine aktive Wettmöglichkeit vorauszusetzen. Wer historische Kontobewegungen nachvollziehen möchte, sollte den ursprünglichen Einsatz, die Quote, das Ergebnis und den tatsächlich gutgeschriebenen Betrag getrennt betrachten. Bei Fragen zu verbliebenem Guthaben ist die auf der offiziellen Intertops-Internetseite veröffentlichte Kontaktadresse maßgeblich; der Zahlungsüberblick erklärt die historische Einordnung.
Einsatzgrenzen und Wettpausen
Intertops hat den Betrieb der deutschen Wettplattform eingestellt. Die Grundsätze zum Umgang mit Einsätzen bleiben für die Einordnung früherer Wettarten relevant. Ein persönliches Ausgabenlimit begrenzt den Betrag, der innerhalb eines festgelegten Zeitraums riskiert werden soll. Es unterscheidet sich von der Grenze für einen einzelnen Wettschein: Mehrere kleine Einsätze können zusammen ein hohes Gesamtvolumen erreichen.
Wer beispielsweise zehn Einsätze zu je 5 € betrachtet, muss insgesamt 50 € eingesetztes Geld berücksichtigen. Einzelne Rückflüsse verändern die Bilanz, während die eingesetzten Beträge als Ausgangswerte bestehen bleiben. Eine Aufstellung aller Einsätze und Rückflüsse ergibt ein genaueres Bild als die Erinnerung an einzelne auffällige Ergebnisse.
Eine Wettpause unterbricht die Folge neuer Entscheidungen. Besonders nach einem ungünstigen Ergebnis kann eine Unterbrechung helfen, die nächste Entscheidung zu überdenken. Wiederholte Erhöhungen der Einsätze können die Gesamtausgaben rasch steigern. Eine neue Wette verändert das Ergebnis eines früheren Wettscheins nicht. Ebenso wenig macht eine Serie verlorener Tipps den nächsten Tipp automatisch wahrscheinlicher.
Bei Live-Wetten konnte die rasche Änderung von Quoten zusätzlichen Zeitdruck erzeugen. Eine Entscheidung unter Zeitdruck lässt weniger Raum für eine nüchterne Prüfung des Marktes und der eigenen finanziellen Grenzen. Die früheren Live-Funktionen von Intertops sind seit der Betriebseinstellung nicht mehr verfügbar.
Sportwetten bergen erhebliche finanzielle Risiken und sind keine verlässliche Einnahmequelle. Warnzeichen, Pausen und Hilfsangebote gehören zum verantwortungsvollen Umgang mit Sportwetten. In Deutschland bietet die BIÖG unter 0800 1 37 27 00 Beratung bei problematischem Glücksspiel an. Diese Unterstützung ist auch für Angehörige relevant, die Veränderungen im Umgang mit Geld oder Wetten beobachten.









